Schöpfungstag 2020

Schöpfungstag in Hessen und Rheinhessen

5. September 2021

im Schlosspark von Gelnhausen-Meerholz

Motto: Damit Ströme lebendigen Wassers fließen

Wasser gehört zu Gottes Schöpfung und findet vielfältige Verwendung in vielen Lebensbereichen des Menschen. Es ist überlebenswichtig, lebensspendend, kraftgebend, durststillend und Wassermangel ist eine der schlimmsten Bedrohungen der heutigen Zeit. Wasser ist Leben! Aber Wasser kann auch zerstörerisch wirken, unreines Wasser macht krank, seine Urkraft kostet unter Umständen Menschenleben. Als eines der vier Elemente bestimmt es tagein, tagaus unsere Welt. Und wie oft vergessen wir seine Kostbarkeit, wenn wir selbstverständlich die Wasserhähne aufdrehen. Daher gilt es, dankbar zu sein für Gottes Gabe des Wassers. Und aus der Dankbarkeit erwächst die Verantwortung, das lebensnotwendige Gut für alle zu bewahren und es nicht zu verschwenden – für die heutigen Generationen und danach, „damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ – wie es uns Gott in der Heiligen Schrift verheißt (Johannes 7, 38).

Weitere Informationen, auch zum Material der ACK Deutschland, folgen in Kürze.

Im vergangenen Jahr lautete das Motto „(W)Einklang“

Eine Aktion zur Schöpfungszeit 2020 in der Liebfrauenkirche Worms

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hessen und Rheinhessen, Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Bistum Mainz, Bistum Limburg, Bistum Fulda, Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck

Beteiligte

Ähnliche Initiativen

Arbeitshilfe für Kirchengemeinden und andere Gruppen

Vorgeschichte zur Schöpfungszeit und aktuelle Situation

„Der ökumenische Thron der orthodoxen Kirche nimmt mit Bestürzung zur Kenntnis, wie rücksichtslos und unbarmherzig heute die natürliche Umwelt durch Menschenhände zerstört wird und welch höchst gefährliche Folgen dies für das Überleben der von Gott geschaffenen Welt hat.“ Mit diesen Worten erklärte 1989 der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., den 1. September zum „Tag der Bewahrung der natürlichen Umwelt“ und rief zum Gebet für die Schöpfung auf. Über die 2. Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz, die „Charta Oecumenica“ (Leitlinie 9) der Kirchen von 2001, eine Empfehlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) von 2002 entwickelte sich dieser Gedanke weiter. In der Schlussbotschaft der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung von Sibiu im September 2007 heißt es dann sehr konkret in der Empfehlung Nr. 10: „Wir empfehlen, dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten.“

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat im Anschluss daran in ihrer „Brühler Empfehlung“ vom 27. Oktober 2008 das theologische Grundverständnis des Tags der Schöpfung ökumenisch dargestellt und zu einer gemeinsamen Feier ermutigt. Die Fachtagung der ACK am 7./8. September 2009 in Mainz formulierte in den „Mainzer Perspektiven“, wie ein gemeinsamer Tag der Schöpfung in Gottesdienst und Praxis der Kirchen umgesetzt werden kann. Dieser Beratungsprozess wurde von der Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland am 22. Oktober 2009 in Augsburg abgeschlossen. In diesem Dokument wird u.a. der erste Freitag im September eines jeden Jahres als Termin für die Feier eines ökumenischen Tags der Schöpfung auf Bundesebene festgelegt und die Proklamation der Einführung eines ökumenischen Tags der Schöpfung auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München angekündigt. Dies geschah beim zentralen Gottesdienst am 13.5.2010 durch den Bundesvorsitzenden der ACK Deutschland, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber.

Die ACK Hessen-Rheinhessen strebt einen jährlich wiederkehrenden gemeinsamen „Tag der Schöpfung in Hessen“ an, der alternierend unter Federführung einer jeweils anderen ACK-Mitgliedskirche durchgeführt wird. In ihm soll es entsprechend der „Brühler Empfehlung“ der ACK um „Lobpreis des Schöpfers, Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung und das Einüben konkreter Schritte („Schule des Mit-Leidens“)“ gehen.

Die ACK Hessen-Rheinhessen feiert den jährlich wiederkehrenden gemeinsamen „Schöpfungstag in Hessen und Rheinhessen“ seit dem Jahre 2011. Er wird dabei alternierend unter Federführung einer jeweils anderen ACK-Mitgliedskirche durchgeführt. In ihm geht es entsprechend der „Brühler Empfehlung“ der ACK um „Lobpreis des Schöpfers, Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung und das Einüben konkreter Schritte (‚Schule des Mit-Leidens‘)“.

Charakter der Schöpfungszeit / des Schöpfungstages

Im Angesicht der ökologischen Krise wird mit der Schöpfungszeit und dem Tag der Schöpfung dem Bekenntnis zu Gott als Schöpfer ein klarer liturgischer Ausdruck verliehen. Lob und Dank werden gekoppelt mit dem Eingeständnis unserer Schuld und unseres Versagens, unsere Kultur so zu gestalten, dass sie zugleich auch den Bedürfnissen der Natur gerecht wird. Lokale und globale Klima- und Umweltgerechtigkeit geraten wechselseitig in den Blick.

Ein ökumenischer Schöpfungstag kann so eine Art „rite de passage“ sein, der spirituell/geistlich durch die schwierige Übergangsphase von einem ökologisch zerstörerischem zu einem ökologisch nachhaltigen und somit zukunftsfähigen Lebensstil führt, wie er in wichtigen Transformationsprozessen durch die EKD angestoßen wird.

Der ökumenische Schöpfungstag knüpft damit auch an das Projekt „nachhaltig predigen“ an, bei dem die EKHN und das Bistum Mainz Mitherausgeber sind und dessen Ziel es ist, über die sonntägliche Predigt ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu schaffen – siehe www.nachhaltig-predigen.de.

Bedeutung im Kirchenjahr

Mit der Einführung einer Schöpfungszeit und eines Tages der Schöpfung wird dem Glauben an Gott den Schöpfer ein besonderer Ausdruck verliehen, „bevor“ dann die christologischen Feste in den Vordergrund treten. Die Struktur des Glaubensbekenntnisses spiegelt sich darin wider.

In ökumenischer Perspektive gewinnt das orthodoxe Kirchenjahr, das am 1. September beginnt, einen neuen Inhalt: Es soll mit der Besinnung auf Gott den Schöpfer, die Schöpfung als Gabe Gottes und unsere Verantwortung vor Gott und gegenüber unseren Mitgeschöpfen beginnen.

Nach unserem christlichen Selbstverständnis beginnt das Kirchenjahr selbstverständlich weiter mit dem 1. Advent. Die Stellung einer Schöpfungszeit und die Feier eines Schöpfungstages relativ am Ende des Kirchenjahres zeigt in diesem Kontext, was theologisch ohnehin immer schon gegolten hat: Die Schöpfungsgeschichten der Bibel sind nicht als Ursprungsgeschichten zu lesen, die uns darüber Auskunft geben, wo wir herkommen, sondern sind gewissermaßen „in die Vergangenheit zurückdatierte“ Zukunftsgeschichten, die uns erzählen, worauf wir zugehen und was Gott mit seiner Schöpfung im Sinn hat.

Besondere Bedeutung von Erntedank

Der Schöpfungstag will und kann das Erntedankfest nicht ersetzen. Dieses muss in seinem besonderen und lange gewachsenen Charakter bewahrt werden. Vielmehr ist bei der ökumenischen Ausrichtung und Gestaltung des Schöpfungstages in jedem Jahr die Bedeutung der Feier des Erntedankfestes mit zu bedenken, damit Synergien und keine Konkurrenzen hergestellt werden. Im Rahmen der Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober eines jeden Jahres liegt der Schöpfungstag am ersten Freitag im September an deren Beginn, während das Erntedankfest gegen Ende der Schöpfungszeit gefeiert wird. Das lässt eine ausreichende inhaltliche und thematische Differenzierung zu, ohne auf eine Bezugnahme zu verzichten.

H. Meisinger

Schöpfungszeit in den Gemeinden: Ideen zur Gestaltung

Viele kreative Möglichkeiten der Umsetzung auf allen Ebenen der Gemeindearbeit bieten sich an, um dem Glauben an die Schöpfung Ausdruck zu verleihen. 

Schöpfungs-Bildung/Bewusstsein:

  • Gesprächsreihe zu biblischen Schöpfungstexten
  • Vortrag zu Naturwissenschaft und Religion
  • Umwelttag für Jugendliche
  • Seniorennachmittag zum Alltag früher und heute
    (Stichwort: schöpfungsbewahrender Lebensstil)

Schöpfungs-Erfahrung:

  • Mit Kindergruppen Bauernhöfe besuchen
  • Tierbeobachtungen mit NABU-Experten
  • Familienwanderungen in die Natur

Schöpfungs-Feier:

  • Familiengottesdienste
  • Gottesdienste im Freien
  • Meditative Pilgerwege

Schöpfungs-Verantwortung:

  • Aktionen zu „wunden Punkten“ der Schöpfung
  • Baumpflanz-Aktionen
  • Bündnisse für einen anderen Lebensstil
  • Veranstaltungen zu erneuerbarer Energie
  • Förderung regionaler Vermarktung

Vergangene Schöpfungstage

Schöpfungstag 2019

Wie bereits im Jahr 2011 wurde auch in 2019 der hessenweite Schöpfungstag in Gelnhausen-Meerholz am 1. September gefeiert.
Zahlreiche Umwelt-Verbände und kirchliche Initiativen bildeten durch informative Stände einen abwechslungsreichen "Schöpfungsmarkt".
Dr. Michael Gerber, Bischof des Bistums Fulda und Sabine Kropf-Brandau, Pröpstin des Sprengels Hanau-Hersfeld kamen zur ökumenischen Veranstaltung in den Schlosspark Meerholz und gestalteten den ökumenischen Gottesdienst am Nachmittag mit über 300 Besuchern. Darunter auch mehrere Pilgergruppen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad angereist waren.
Es spielte das Jugendorchester Meerholz-Hailer und die Kirchenband „Einfach so“

Aktionen für Klein und Groß, z. B.

  • Nistkästen bauen,

  • Basteln mit Naturmaterialien,

  • 'Schöpfungstags-Rallye'

  • Gewässer untersuchen
     

Die Wanderausstellung 'Glänzende Aussichten' , herausgegeben vom Bischöflichem Hilfswerk MISEREOR e.V. und Erzbistum Bamberg, wurde ebenfalls zum Schöpfungstag 2019 gezeigt.

Schöpfungstag 2018

Der ökumenische Tag der Schöpfung stand 2018 unter dem Motto „Von meinen Früchten könnt ihr leben“. Die Vielfalt der Arten ist die Grundlage eines funktionierenden Öko-Systems, daher griff die ACK mit dem Motto des Schöpfungstages diesen Aspekt auf.
Der ökumenische Gottesdienst wurde bei bestem Wetter an der „Lichtkirche“ auf dem Gelände der Landesgartenschau im Kurpark von Bad Schwalbach begangen.

Schöpfungstag 2017

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hessen-Rheinhessen feierte ihren zentralen ökumenischen Tag der Schöpfung in diesem Jahr am 3. September 2017 auf dem Gelände der Caritas-Einrichtungen „Carisma“ und des Jugendhilfeverbunds des Bistums Fulda in Maberzell.
Erstmalig geschah dies im Rahmen eines katholischen Pfarrfestes der örtlichen Kirchengemeinde und auf dem Gelände einer kirchlich-diakonischen Einrichtung. Weitere Einblicke vom Schöpfungstag 2017 finden Sie hier.

Rückblick auf die vergangenen Schöpfungstage