Schöpfungstag 2021

Ökumenischer Schöpfungstag im Schlosspark von Gelnhausen-Meerholz

5. September 2021

Unter dem Motto „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen – jeder Tropfen zählt!“ hat die regionale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hessen-Rheinhessen am Sonntag, den 05.09.2021, ihren diesjährigen Schöpfungstag gefeiert.

Der ökumenische Schöpfungstag leitet an jedem ersten September-Wochenende eine vierwöchige Schöpfungszeit ein, wie die Vorsitzende der regionalen ACK, Brigitte Görgen-Grether vom Bistum Limburg, in ihrer Eröffnungsrede betonte. Christliche Kirchen sähen dieses erinnernde Feiern aufgrund des biblischen Auftrags an alle Menschen, die Schöpfung Gottes zu bewahren, als ihre ureigenste Verantwortung an. Es brauche ein weltweites Bündnis aller gesellschaftlichen Kräfte und einen politischen Willen, Zukunft für diese Erde zu schaffen, die uns von Gott anvertraut ist. An diese gemeinsame Verantwortung von Gesellschaft und Kirchen erinnerte auch die Kreisbeigeordnete Angelika Gunkel, die als Vertreterin der lokalen Politik ebenfalls auf die globale Bedeutung der schwindenden lebensnotwendigen Trinkwasserressourcen auf der einen Seite und der verheerenden Flut- und Überschwemmungskatastrophen in den letzten Wochen auf der anderen Seite hinwies.

Im sich anschließenden ökumenischen Open-Air-Gottesdienst wurde das Thema des „lebendigen Wassers“ anhand der biblischen Geschichte von der Begegnung Jesu mit einer samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen im 4. Kapitel des neutestamentlichen Johannes-Evangeliums aufgegriffen. Pröpstin Sabine Kropf-Brandau von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Äbtissin Schwester Elisabeth Kralemann OSB von der Abtei Kloster Engelthal hoben in ihren Meditationen die Bedeutung des Evangeliums mit seiner Einladung zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus hervor. Dieses Geschenk des Glaubens sei wie eine nie versiegende Quelle lebendigen Wassers.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde, von der „Stimmband“ der katholischen Kirchengemeinde und von der „Mex-Band“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Meerholz. Beeindruckend war auch ein Wasser-Segen, den alle Gottesdienstbesucher gemeinsam sprachen, sowie ein modernes „Soziales Bekenntnis“ der Evangelisch-methodistischen Kirche, das anstelle des sonst meist üblichen Apostolikums von allen gesprochen wurde. Bis hin zu den Fürbitten – gesprochen von Mitgliedern aller beteiligten Kirchen vor Ort – wurde der Gottesdienst so zu einem anschaulichen Beispiel gelebter multilateraler Ökumene.

Nach dem Gottesdienst luden eine abwechslungsreiche Wasser-Ralley für Kinder rund um den Schlossteich und ein vielseitiger „Schöpfungsmarkt“ direkt neben dem Gottesdienst-Gelände dazu ein, auch noch weit bis in den Nachmittag hinein diesen landesweiten ökumenischen Schöpfungstag zu feiern. So konnte man sich nicht nur kompetenten Rat unterschiedlicher Standanbieter zum Thema „Wasser“ und „Nachhaltigkeit“ einholen, sondern auch Bio-Produkte und Leckereien aus der Region erwerben oder direkt vor Ort verzehren.

Die Veranstalter, die „ACK Hessen-Rheinhessen“ und ihre Mitgliedskirchen sind sehr dankbar, dass der Schöpfungstag mit weit über 300 Besucherinnen und Besuchern nicht zuletzt auch wegen des ausgesprochen guten Wetters bei geltenden Corona-Regeln eine rundum gelungene Freiluftveranstaltung war.

Pressebericht zum Schöpfungstag 2021 in Gelnhausen-Meerholz

Schöpfungstag am Bodensee

4. September 2021

Aufbruchsstimmung für die christlichen Kirchen

Impressionen von der zentralen Veranstaltung des Ökumenischen Tags der Schöpfung am Bodensee

Bregenz / Lindau / Romanshorn, 04.09.2021.
Nach eineinhalb Jahren überwiegend digitaler und zugleich intensiver Vorbereitung ist es am 4. September endlich so weit: der erste Ökumenische Tag der Schöpfung in internationaler Zusammenarbeit kann am Bodensee stattfinden. „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ lautet das Motto der zentralen Veranstaltung, die an einem Tag an drei Orten in drei Ländern durchgeführt wird. Bei der länder- und konfessionsverbindenden Schifffahrt über den Bodensee kooperieren die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Ökumenische Rat der Kirchen Österreichs (ÖRKÖ) und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) sowie die ACK in Bayern. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Mitgliedskirchen der jeweiligen Dachorganisationen bringen sich dabei ein. Darunter sind auch Repräsentanten verschiedener Kirchen, etwa der „Ökumenebischof“ der österreichischen Bischofskonferenz, Manfred Scheuer aus Linz, oder der altkatholische Bischof von Schwarzach, Johannes Okoro.

Morgenlob und orthodoxe Wassersegnung in Bregenz
„Wir dürfen dankbar sein, dass wir in einer Region leben, in der es genug Wasser für alle gibt“, betont der römisch-katholische Bischof von Feldkirch, Benno Elbs, am Rande des von ihm geleiteten Morgenlobs. „Und wir sind auch dankbar, dass wir heute dieses wunderbare Wetter haben.“ n Schließlich hält Thomas Blank einen kurzen Impuls. Der Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft der Vorarlberger Landesregierung weist dabei auf die Herausforderungen hin, die beim Gewässerschutz zu bewältigen sind: die Belastung des Sees durch Mikroplastik zum Beispiel, aber auch eine zunehmende Zahl an Sportbootfahrern. Allerdings sei die internationale Zusammenarbeit in der Bodenseeregion zur Verbesserung der Wasserqualität hervorragend (siehe dazu auch Pressemitteilung 1).

Abgeschlossen wird die Feier in Bregenz durch eine orthodoxe Wassersegnung, die der rumänisch-orthodoxe Priester Ovidiu Cozma und der Vorsitzende der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, gemeinsam feiern. Cozmas Stimme ist dabei besonders tragend, was sich seiner zweiten Berufung verdankt: Cozma ist Sänger an der Oper in St. Gallen.

Mittagsgebet in Lindau

Das mit ACK-Wimpeln geschmückte Schiff „MS Alpenstadt Bludenz“ bringt die Gruppe dann nach Lindau. Hier findet auf dem Gelände der Gartenschau ein ökumenisches Mittagsgebet statt, an dem auch viele Lindauer und Besucher der Gartenschau teilnehmen. Dabei führt der evangelische Pfarrer Jörg Hellmuth ein Interview mit dem Leiter der Abteilung Bau und Betrieb Gas-Wasser-Wärme der Stadtwerke Lindau, Georg Gewinner. „Von der Quagga- Muschel haben Sie vermutlich schon gehört. Seit drei, vier Jahren verbreitet sie sich sehr stark im Bodenseegebiet“, erklärt Georg Gewinner. Das sei ein Problem für die Wasserversorgung, denn die Muschel setze sich an den Saugleitungen fest, durch die das Trinkwasser aus dem See transportiert werde. Die Leitungen müssten deshalb regelmäßig von diesen Muscheln befreit werden. Gewinner appelliert an die Anwesenden, Wasser zu sparen. Kleine Maßnahmen, wie etwa das Auswechseln tropfender Wasserhähne, könnten hier viel bewirken.

Anschließend hält der Augsburger Bischof Bertram Meier als Vertreter der deutschen Bischofskonferenz (DBK) und stellvertretendes Vorstandsmitglied der ACK in Deutschland eine Impulspredigt. Darin ermutigte er die Anwesenden, sich für den Schutz der Umwelt zu engagieren. „Lassen wir es nicht zu, dass es bereits fünf nach 12 ist“, schließt Bischof Meier (mehr zu seinem Impuls siehe Pressemitteilung 2).

Ökumenischer Gottesdienst in Romanshorn
Schließlich setzt die Gruppe per Schiff ins schweizerische Romanshorn über. Dort wird das 50-jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz mit einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Prediger ist der christkatholische Bischof Harald Rein. „Jeder Christ ist wie ein lebendiges Wasser beziehungsweise ein Träger des Heiligen Geistes“, betont er. „In der heutigen Zeit des Säkularismus bleibt aber die kritische Rückfrage an die Kirche heute und damit an uns: Tun wir für das Fließen von Strömen lebendigen Wassers das Richtige? Reden wir zu leise? Zeigen wir das zu wenig?“ (weitere Inhalte der Predigt: siehe Pressemitteilung 3).

Dass zum überzeugenden Handeln nicht nur Worte gehören, sondern auch Taten, verdeutlicht das Soziale Bekenntnis der Evangelisch-methodistischen Kirche, das in die Liturgie dieses Gottesdienstes aufgenommen wurde. „Wir bezeugen, dass die natürliche Welt Gottes Schöpfungswerk ist. Wir wollen sie schützen und verantwortungsvoll nutzen“, heißt es darin beispielsweise. Zum Jubiläum der AGCK gratulieren abschließend der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, die Vorsitzende der ACK Bayern, Dekanin Christine Schürmann, sowie der stellvertretende Vorsitzende der ÖRKÖ, Landessuperintendent Thomas Hennefeld.

Beim einem Empfang vor der Kirche mischen sich Nationalitäten und Konfessionen gleichermaßen zum Austausch, bevor das Schiff mit der ökumenischen Pilgergruppe zurück nach Bregenz fährt. Ein Tag voller Begegnungen und Kontakte, gemeinsam gelebten Christentums und neuer Aufbruchsstimmung geht zu Ende. Die Ökumene geht weiter.

Weitere Impressionen zum Ökumenischen Tag der Schöpfung finden sich in einer Bildergalerie auf der Homepage der ACK.
Gabriele Riffert

Der komplette Artikel steht hier als PDF zum Download für Sie bereit:

Einen weiteren Nachbericht über den Schöpfungstag 2021 finden Sie unter dem folgenden Link auf der Website der ACK Deutschland:
ACK Deutschland – Nachbericht des Schöpfungstag 2021

Der Kalender kann hier in digitaler Form über den folgenden Button heruntergeladen werden:

Motto: Damit Ströme lebendigen Wassers fließen

Wasser gehört zu Gottes Schöpfung und findet vielfältige Verwendung in vielen Lebensbereichen des Menschen. Es ist überlebenswichtig, lebensspendend, kraftgebend, durststillend und Wassermangel ist eine der schlimmsten Bedrohungen der heutigen Zeit. Wasser ist Leben! Aber Wasser kann auch zerstörerisch wirken, unreines Wasser macht krank, seine Urkraft kostet unter Umständen Menschenleben. Als eines der vier Elemente bestimmt es tagein, tagaus unsere Welt. Und wie oft vergessen wir seine Kostbarkeit, wenn wir selbstverständlich die Wasserhähne aufdrehen. Daher gilt es, dankbar zu sein für Gottes Gabe des Wassers. Und aus der Dankbarkeit erwächst die Verantwortung, das lebensnotwendige Gut für alle zu bewahren und es nicht zu verschwenden – für die heutigen Generationen und danach, „damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ – wie es uns Gott in der Heiligen Schrift verheißt (Johannes 7, 38).

Materialheft der ACK Deutschland

Informationen vom lokalen Schöpfungstagsteam in Gelnhausen-Meerholz finden Sie auch hier:

www.schoepfungstag-online.de

Beteiligte

Im vergangenen Jahr lautete das Motto „(W)Einklang“

Eine Aktion zur Schöpfungszeit 2020 in der Liebfrauenkirche Worms

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hessen und Rheinhessen, Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Bistum Mainz, Bistum Limburg, Bistum Fulda, Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck

Ähnliche Initiativen

Arbeitshilfe für Kirchengemeinden und andere Gruppen

Vorgeschichte zur Schöpfungszeit und aktuelle Situation

„Der ökumenische Thron der orthodoxen Kirche nimmt mit Bestürzung zur Kenntnis, wie rücksichtslos und unbarmherzig heute die natürliche Umwelt durch Menschenhände zerstört wird und welch höchst gefährliche Folgen dies für das Überleben der von Gott geschaffenen Welt hat.“ Mit diesen Worten erklärte 1989 der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., den 1. September zum „Tag der Bewahrung der natürlichen Umwelt“ und rief zum Gebet für die Schöpfung auf. Über die 2. Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz, die „Charta Oecumenica“ (Leitlinie 9) der Kirchen von 2001, eine Empfehlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) von 2002 entwickelte sich dieser Gedanke weiter. In der Schlussbotschaft der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung von Sibiu im September 2007 heißt es dann sehr konkret in der Empfehlung Nr. 10: „Wir empfehlen, dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten.“

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat im Anschluss daran in ihrer „Brühler Empfehlung“ vom 27. Oktober 2008 das theologische Grundverständnis des Tags der Schöpfung ökumenisch dargestellt und zu einer gemeinsamen Feier ermutigt. Die Fachtagung der ACK am 7./8. September 2009 in Mainz formulierte in den „Mainzer Perspektiven“, wie ein gemeinsamer Tag der Schöpfung in Gottesdienst und Praxis der Kirchen umgesetzt werden kann. Dieser Beratungsprozess wurde von der Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland am 22. Oktober 2009 in Augsburg abgeschlossen. In diesem Dokument wird u.a. der erste Freitag im September eines jeden Jahres als Termin für die Feier eines ökumenischen Tags der Schöpfung auf Bundesebene festgelegt und die Proklamation der Einführung eines ökumenischen Tags der Schöpfung auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München angekündigt. Dies geschah beim zentralen Gottesdienst am 13.5.2010 durch den Bundesvorsitzenden der ACK Deutschland, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber.

Die ACK Hessen-Rheinhessen strebt einen jährlich wiederkehrenden gemeinsamen „Tag der Schöpfung in Hessen“ an, der alternierend unter Federführung einer jeweils anderen ACK-Mitgliedskirche durchgeführt wird. In ihm soll es entsprechend der „Brühler Empfehlung“ der ACK um „Lobpreis des Schöpfers, Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung und das Einüben konkreter Schritte („Schule des Mit-Leidens“)“ gehen.

Die ACK Hessen-Rheinhessen feiert den jährlich wiederkehrenden gemeinsamen „Schöpfungstag in Hessen und Rheinhessen“ seit dem Jahre 2011. Er wird dabei alternierend unter Federführung einer jeweils anderen ACK-Mitgliedskirche durchgeführt. In ihm geht es entsprechend der „Brühler Empfehlung“ der ACK um „Lobpreis des Schöpfers, Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung und das Einüben konkreter Schritte (‚Schule des Mit-Leidens‘)“.

Charakter der Schöpfungszeit / des Schöpfungstages

Im Angesicht der ökologischen Krise wird mit der Schöpfungszeit und dem Tag der Schöpfung dem Bekenntnis zu Gott als Schöpfer ein klarer liturgischer Ausdruck verliehen. Lob und Dank werden gekoppelt mit dem Eingeständnis unserer Schuld und unseres Versagens, unsere Kultur so zu gestalten, dass sie zugleich auch den Bedürfnissen der Natur gerecht wird. Lokale und globale Klima- und Umweltgerechtigkeit geraten wechselseitig in den Blick.

Ein ökumenischer Schöpfungstag kann so eine Art „rite de passage“ sein, der spirituell/geistlich durch die schwierige Übergangsphase von einem ökologisch zerstörerischem zu einem ökologisch nachhaltigen und somit zukunftsfähigen Lebensstil führt, wie er in wichtigen Transformationsprozessen durch die EKD angestoßen wird.

Der ökumenische Schöpfungstag knüpft damit auch an das Projekt „nachhaltig predigen“ an, bei dem die EKHN und das Bistum Mainz Mitherausgeber sind und dessen Ziel es ist, über die sonntägliche Predigt ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu schaffen – siehe www.nachhaltig-predigen.de.

Bedeutung im Kirchenjahr

Mit der Einführung einer Schöpfungszeit und eines Tages der Schöpfung wird dem Glauben an Gott den Schöpfer ein besonderer Ausdruck verliehen, „bevor“ dann die christologischen Feste in den Vordergrund treten. Die Struktur des Glaubensbekenntnisses spiegelt sich darin wider.

In ökumenischer Perspektive gewinnt das orthodoxe Kirchenjahr, das am 1. September beginnt, einen neuen Inhalt: Es soll mit der Besinnung auf Gott den Schöpfer, die Schöpfung als Gabe Gottes und unsere Verantwortung vor Gott und gegenüber unseren Mitgeschöpfen beginnen.

Nach unserem christlichen Selbstverständnis beginnt das Kirchenjahr selbstverständlich weiter mit dem 1. Advent. Die Stellung einer Schöpfungszeit und die Feier eines Schöpfungstages relativ am Ende des Kirchenjahres zeigt in diesem Kontext, was theologisch ohnehin immer schon gegolten hat: Die Schöpfungsgeschichten der Bibel sind nicht als Ursprungsgeschichten zu lesen, die uns darüber Auskunft geben, wo wir herkommen, sondern sind gewissermaßen „in die Vergangenheit zurückdatierte“ Zukunftsgeschichten, die uns erzählen, worauf wir zugehen und was Gott mit seiner Schöpfung im Sinn hat.

Besondere Bedeutung von Erntedank

Der Schöpfungstag will und kann das Erntedankfest nicht ersetzen. Dieses muss in seinem besonderen und lange gewachsenen Charakter bewahrt werden. Vielmehr ist bei der ökumenischen Ausrichtung und Gestaltung des Schöpfungstages in jedem Jahr die Bedeutung der Feier des Erntedankfestes mit zu bedenken, damit Synergien und keine Konkurrenzen hergestellt werden. Im Rahmen der Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober eines jeden Jahres liegt der Schöpfungstag am ersten Freitag im September an deren Beginn, während das Erntedankfest gegen Ende der Schöpfungszeit gefeiert wird. Das lässt eine ausreichende inhaltliche und thematische Differenzierung zu, ohne auf eine Bezugnahme zu verzichten.

H. Meisinger

Schöpfungszeit in den Gemeinden: Ideen zur Gestaltung

Viele kreative Möglichkeiten der Umsetzung auf allen Ebenen der Gemeindearbeit bieten sich an, um dem Glauben an die Schöpfung Ausdruck zu verleihen. 

Schöpfungs-Bildung/Bewusstsein:

  • Gesprächsreihe zu biblischen Schöpfungstexten
  • Vortrag zu Naturwissenschaft und Religion
  • Umwelttag für Jugendliche
  • Seniorennachmittag zum Alltag früher und heute
    (Stichwort: schöpfungsbewahrender Lebensstil)

Schöpfungs-Erfahrung:

  • Mit Kindergruppen Bauernhöfe besuchen
  • Tierbeobachtungen mit NABU-Experten
  • Familienwanderungen in die Natur

Schöpfungs-Feier:

  • Familiengottesdienste
  • Gottesdienste im Freien
  • Meditative Pilgerwege

Schöpfungs-Verantwortung:

  • Aktionen zu „wunden Punkten“ der Schöpfung
  • Baumpflanz-Aktionen
  • Bündnisse für einen anderen Lebensstil
  • Veranstaltungen zu erneuerbarer Energie
  • Förderung regionaler Vermarktung

Vergangene Schöpfungstage

Schöpfungstag 2019

Wie bereits im Jahr 2011 wurde auch in 2019 der hessenweite Schöpfungstag in Gelnhausen-Meerholz am 1. September gefeiert.
Zahlreiche Umwelt-Verbände und kirchliche Initiativen bildeten durch informative Stände einen abwechslungsreichen "Schöpfungsmarkt".
Dr. Michael Gerber, Bischof des Bistums Fulda und Sabine Kropf-Brandau, Pröpstin des Sprengels Hanau-Hersfeld kamen zur ökumenischen Veranstaltung in den Schlosspark Meerholz und