ACK Wetterau

Christen in der Wetterau gründen eine Arbeitsgemeinschaft

Festlicher Gottesdienst zur Gründung einer ACK in Friedberg


FRIEDBERG:

Schwarze Talare, bunte Stolen,

weiße Messgewänder und ein

rotes mit Gold durchwirktes

orthodoxes Priesterkleid:

Wie bunt und vielfältig die

Landschaft der christlichen

Kirchen zwischen Butzbach

und Bad Vilbel  ist, zeigte

beeindruckend der Einzug

der Geistlichen zum

Gründungsgottesdienst

der Arbeitsgmeinschaft

christlicher Kirchen (ACK)

in der Wetterau.



Acht christliche Konfessionen unterzeichneten am vergangenen Dienstag in der Friedberger Marienkirche Beitrittsurkunde und Satzung der neuen ACK Wetterau. Für jedes der künftigen Mitglieder entzündete ein Vertreter auf dem Altar eine Kerze und benannte die wesentlichen Glaubensinhalte und Traditionen - Kreuz und Bibel, Taufschale und Abendmahlskelch, Ikone und Fischsymbol waren im Altarraum ausgestellt und zeigten symbolisch, was alle diese unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften verbindet. „Versöhnte Verschiedenheit“ lautete das Motto, unter dem die Gottesdienstbesucher nach jeder neu entzündeten Kerze bekräftigten „Wir stellen uns hinein in diese große Tradition“.

Unterschiedliche Traditionen spiegelten sich auch in Musik: und Liturgie: Zum Einzug sang der Gospelchor der United Church of Christ Apostolic, der syrisch-orthodoxe Chor Bad Vilbel und der rum-orthodoxe aus Butzbach trugen Lieder vor, neben der Orgel begleitete die Lobpreisgruppe des Chrischona Gemeinschaftswerks den Gemeindegesang und Erzpriester Tuma Bilen las Verse aus dem Johannesevangelium auf Aramäisch, der Sprache, die Jesus selbst gesprochen hat.

Pfarrerin Edith Höll von der Evangelischen Kirche und Pfarrer Dr. René Dlouhy von der Friedberger Adventgemeinde entfalteten in einer Dialogpredigt die Spannung zwischen der Angst vor dem Fremden und der Sehnsucht nach Einheit. Sicherer Stand im eigenen Glauben helfe, so Höll, den anderen in dessen Glauben zu verstehen und anzunehmen. Dlouhy wünschte der neuen ACK, mehr auf das Gemeinsame als auf das Trennende zu schauen. In fünf Punkten entwarf er die mutige Vision einer Christengemeinschaft vor Ort, in der jeder dem anderen „Bruder und Schwester“ sein könne und anerkenne, dass Gott sich auch in anderen Konfessionen offenbaren könne. Isolation mache keinen Sinn, doch müsse man auch „flexibel und vorsichtig mit Sprache umgehen“ und bereit sein, die Veranstaltungen der anderen Konfessionen zu besuchen und voneinander zu lernen.


Jörg-Michael Schlösser, Dekan des evangelischen Dekanats Wetterau erinnerte an die Anfänge des Zusammenschlusses: Konrad Schulz, Ökumenepfarrer im evangelischen Dekanat Wetterau, hatte mit Präses Tobias Utter die Gründung einer ACK vor zwei Jahren auf den Weg gebracht. Nun sei man dankbar, so Schlösser, dass dieser Weg einen Rahmen bekomme.

Hansjoachim Wahl, Dekan des katholischen Dekanats Wetterau-West sagte, man sei „gespannt auf all das, was da zusammenwächst , weil es zusammengehört.“


Konrad Schulz wünschte den teilnehmenden Kirchen und Gemeinden ebenfalls „dass das, was uns zusammenhält stärker ist, als das was uns trennt.“

















Unterzeichnet wurde die Beitrittsurkunde von den folgenden Kirchen und Gemeinden: Adventgemeinde Friedberg, Evangelisches Dekanat Wetterau mit 23 seiner Gemeinden, katholisches Dekanat Wetterau-West mit 35 Gemeinden, rum-orthodoxe Gemeinde St. Peter und Paul Butzbach, syrisch-orthodoxe Mutter-Gottes-Gemeinde Bad Vilbel, United Church of Christ Apostolic. Dazu als Gastmitglieder: Chrischona Gemeinschaftswerk Region Hessen mit den Stadtmissionen in Bad Nauheim, Butzbach, Friedberg sowie den Landeskirchlichen Gemeinschaften Bad Vilbel-Heilsberg und Florstadt, und die Freien Evangelischen Gemeinden Bad Vilbel und Friedberg.


Am 18. November soll bei einem Treffen in den Räumen der Friedberger Stadtmission ein Vorstand gewählt werden. Als ersten Punkt für Gespräche haben sich die Mitgliedskirchen das Verständnis von Taufe und Abendmahl vorgenommen. Gemeinsam ist allen der Wunsch, auch künftig so stimmungsvolle gemeinsame Gottesdienste zu feiern, wie an diesem Dienstag in der Friedberger Marienkirche.

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