„Newsletter“ der ACK Hessen-Rheinhessen im März 2016

Verhältnis von Christentum und Islam


In einer Delegiertenversammlung referierte JProf. Dr. P. Tobias Specker SJ (St. Georgen Frankfurt) über

„Das Verhältnis zwischen christlicher Ökumene und Islam“

auf Grundlage der Charta Oecumenica III.11.

Aus dem Koran leite sich keine essentielle Festlegung des Verhältnisses zwischen Christentum und Islam ab. Wohl sei eine Tendenz zur Konfliktvermeidung und –beendigung zwischen beiden in der Entstehungszeit des Koran festzustellen.

Die entscheidende Frage liege aber nicht im Koran-Text selbst, sondern in seiner Interpretation. Diesbezüglich stellen sich vier Interpretationsfragen:


1. Folgt man einzelnen Koran-Versen oder einem Grundduktus des Textes?

2. Löst man sich von der juristisch bedingten Idee, dass sich Koranpassagen nicht widersprechen dürfen?

3. Nimmt man die historische Kontextualität des Koran ernst? 4. Unterscheidet man zwischen Christen damals und heute?


Vertieft wurde dies auf der letztjährigen Studientagung zum Thema:

„Das Verhältnis Christentum – Islam“.

Verschiedene Akzente und Blickwinkel wurden durch Referate, Gruppenarbeiten und Exkursionen zu zwei Moscheen in Frankfurt ermöglicht:


– „Hermeneutik des Koran“,

   Referent: Dr. Daniel Birnstiel, Universität Frankfurt a. M.


– „Wie als Christ dem Islam begegnen?“,

   Referent: Pater Dr. Christian Troll, St. Georgen Frankfurt a. M.


– „Das Verhältnis von Muslimen und Christen in unserer Gesellschaft“,

   Referent: Mohammed Naved Johari, Islamische Informations- & Serviceleistungen e. V. Frankfurt a. M.


Alle Referenten, wie auch die Gastgeber der Moscheen unterstrichen den Willen zur wechselseitigen Toleranz und damit gemachten guten Erfahrungen, beklagten zugleich jedoch auch die besorgniserregende Tendenz muslimischer Gruppen zur gewaltbereiten Radikalisierung national wie weltweit.





Verhältnis von

christlicher Ökumene zur Neuapostolischen Kirche (NAK)


Eine weitere Delegiertenversammlung hatte „Die Sicht der Neuapostolischen Kirche auf die ACK“ zum Thema.

Die eingeladenen Referenten Apostel Kühnle, Apostel Haeck, Bischof Münster und Gemeindevorsteher Hinz aus Fulda erläuterten die wesentlichen Änderungen der Lehrmeinung im neuen NAK-Katechismus und daraus folgend die Absicht dieser Kirche, sich ökumenisch zu öffnen.

Aufgrund eines soziologischen Wandels und der zunehmenden Internationalisierung der NAK seit einigen Jahrzehnten verstehe sie sich nicht mehr als alleinige, wahre Kirche Jesu Christi.

In ihrer geschichtlichen Verwirklichung werde die Kirche Christi der Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität nicht völlig gerecht.

Diese Überzeugung spiegele sich auch in der Aufnahme der beiden altkirchlichen Glaubensbekenntnisse Nicänum und Apostolikum im neuen NAK-Katechismus wider.

Vertreter der ACK Deutschland und der NAK empfehlen darum nun einen mehrjährigen Konsultationsprozess, in dem NAK-Gemeinden auf eigene Initiative hin Kontaktgespräche mit ACK- Gremien vor allem auf lokaler Ebene führen können, um einander kennenzulernen und möglichst gemeinsame ökumenische Erfahrungen zu sammeln.





  Das geplante panorthodoxe Konzil im Frühsommer 2016


In der letzten Delegiertenversammlung 2015 referierte Pfarrer Dr. Georgios Basioudis über das Thema „Orthodoxe Traditionen in einer Migrationsgesellschaft und das panorthodoxe Konzil 2016“.


Fazit:

Die heilige Eucharistie und die Synode seien sicher zwei wesentliche Elemente auf der Suche nach Einheit innerhalb der Orthodoxie.

Global gesehen werde politisch und darüber hinaus (wirtschaftlich, medial etc.) in der gegenwärtigen Moderne nach Einheit gesucht.

Die praktische Einheit der Orthodoxie sei trotz des dogmatischen Konsenses jedoch noch nicht vorhanden, weil es aufgrund der „Autokephalie“, also wegen der Unabhängigkeit der verschiedenen orthodoxen Kirchen, viel zu lange keine orthodoxen Zusammenkünfte gegeben habe.

Das seit 878 n. Chr. nun erste geplante Konzil im Frühsommer 2016 dürfe deshalb nicht zu große Erwartungen wecken, besitze dennoch angesichts der sich wandelnden globalen und gesellschaftlichen Situation eine nicht unerhebliche Bedeutung.





Fresh Expressions –

Kirchenbildende Projekte außerhalb traditioneller Formen


Wie in jedem Sommer trafen sich im Juni 2015 Vertreterinnen und Vertreter lokaler ACKs mit Delegierten und Vorstand unserer regionalen ACK Hessen-Rheinhessen.

Neben den obligatorischen Berichten aus den anwesenden lokalen ACKs wurden folgende Projekte vorgestellt und diskutiert:


– Pastorin Silke Bruckart von der Ev.-methodistischen Kirche Mainz erläuterte zunächst grundsätzlich die Definition sog. Fresh Expressions:

„Auf Gott hören – sich der Lebenswelt anderer zuwenden – ihnen liebevoll dienen – das Evangelium verkörpern – andere in die Nachfolge Jesu führen“.

Danach stellte sie als konkretes Beispiel dafür das ökumenische Projekt "Gartenfeldplatz" in Mainz vor, eine Kooperation der örtlichen Ev.-methodistischen Kirche, der ev. Kirche und der röm.-kath. Kirche.


– Jugendpfarrer Werner Schleifenbaum stellte im Anschluss zusammen mit zwei Mitarbeitern seines Teams ein von der EKHN ausgezeichnetes Jugend-Projekt in Selters vor, das Jugendliche im ganzen Westerwald z. B. in Kinos und Lokalen erreichen möchte und ebenfalls mit den Kriterien von „Fresh Expressions“ arbeitet. Diese Jugendkirche firmiert unter dem Titel „Way to J“.


– Abschließend wurde die spannende und offene Frage diskutiert, inwiefern traditionelle kirchliche Strukturen eher förderlich oder hinderlich sind, um Menschen unserer Zeit mit dem Evangelium zu erreichen. Und welche Rolle die Beziehung zu den traditionellen Kirchen dabei überhaupt noch spielen kann und soll.





Der Schöpfungstag 2015 im NationalParkzentrum Kellerwald


Weitere Informationen zum letzten Schöpfungstag und auch zur nächsten dann sogar deutschlandweit geplanten Zentralveranstaltung am 2. September 2016 in Bingen findet man auf der Website:


 www.schoepfungstag-hessen.de

 

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